Erläuterungsbericht – Peilturm

 

Anmerkung

Ensemble Turm und Gebäude sollen in Farbe und Form kommunizieren!!! Das „Neue“ präsentiert sich unauffällig (Gebäude), aber alles andere als unscheinbar (Turm). Bei der Konzeption mußte ich einige scheinbar unüberwindliche Hindernisse lösen. Nach längerer Auseinandersetzungen statischer Art, fiel meine Wahl auf eine Dreiecksform. Mein Ziel war es konsequent von der Spitze über die Plattformen bis zum Gebäude einen filigranen Turm zu schaffen.

 

Auseinandersetzungen „jeglicher“ Art waren unausweichlich. Umgangssprachlich: „Ich war drauf und dran, und warf das Projekt mehrmals über den Haufen“.

 

Objektbeschreibung

Das Objekt wird durch einen Waldweg erschlossen. Es liegt in einer Lichtung auf etwa 360 Meter über Null.

 

Turm und Gebäude sind ein Zusammenspiel aus Form und Farbe. Wobei sich das Gebäude unauffällig, für den am Fuße des Berges stehenden Betrachters  in die umgebende Natur einfügt Die Fassaden sollen von Bescheidenem künden, sich von außen nicht sichtbar in die Natur integrieren, jedoch den heutigen Ansprüchen genügen. Folglich dessen wurde das Gebäude von mir sehr klein und niedrig gehalten.

 

Der sehr auffällige Turm setzt einen markanten Landschaftspunkt (landmark). Hierbei lag mein Entwurfsschwerpunkt auf das Spiel von Umgebung und „Neuem“ miteinander.

 

Bedingt durch die Komposition (Stahl/Natur) fiel meine Wahl auf die Farbe BLAUGRAU. Bei meinen Entwürfen lege ich besonders Wert auf den Arbeitsplatz der kurzen Wege, Bausicherheit und Ordnung.

 

Gebäude Stahlskelettglasbauweise

In Anlehnung an die Form des Turmes, wurde einer konsequent dreieckigen Durchplanung gefolgt. Zukünftiger Aufrüstbarkeit, Modernisierung der Empfangs- und Analysetechnik würde durch variable, austauschbare Container Rechnung getragen. Die Dachkonstruktion ist begehbar und teilweise lichtdurchlässig.

 

Die Erschließung des Areals erfolgt durch einen westlich gelegenen Tunnel. Durch diesen gelangt man in einen großzügigen Lichthof. Dieser ist für maximal Kleintransporter ausgelegt.

 

Der Gebäudehaupteingang liegt im Norden. Mit Ausnahme des Versorgungstraktes sind alle Räumlichkeiten sind von innen zu erreichen. Grund hierfür sind Brandsicherung und -ordnung die eine Erschließung nur über den Hof erlauben. Das Gebäude besteht aus eine Stahl–Glas–Konstruktion (innen Edelstahlkonstruktion). Der Notausgang, eine innen liegende Aufstiegsmöglichkeit, des Areals liegt am Haupteingang.

 

Das Verwaltungsgebäude ist in drei Kategorien aufgeteilt ....... Nord–West , Nord–Ost und Süd.

 

Nord – West:

Die Fassade besteht je zur Hälfte aus Glas und Stahl. Die Aufenthaltsräume erfahren ihre Belichtung über die Oberlichter. Diese Oberlichtband erstreckt sich auf den gesamten Gebäude.

 

Hinter der nach Süd – Ost zeigende  Fassade schließen sich die Sozialräume: Wohnunterkunft und Umkleide, sowie Arbeitsräume: Großlager und Einstellplätze an. Diese Lageausrichtung lässt gerade morgens hier den größt möglichen Lichteinfall zu. Um die Räume zusätzlich mit Licht zu versorgen, fügte ich ein diffuses Lichtband ein. Der Lichteinfall wird automatisch, je nach Lichteinfall über innen liegende Edelstahl–Jalousetten geregelt (Gesamtgebäude).

 

Die Einstellplätze liegen in direkter Verbindung zu den Unterkünften und dem Großlager,  ein zweiter Eingang in das Gebäude.

Neben den Unterkünften befinden sich die Umkleidemöglichkeiten. Hier erfolgt die Vorbereitung, unter Anderem, für Aufstiege.

 

Im Norden des Gebäudes, am Haupteingang liegt der Sanitärtrakt. Für eine unmittelbare Säuberung nach einem Aufstieg befinden sich hier die separaten Duschen mit Trockenraum und Umkleide. 

 

Nord - OST 

 

Direkt gegenüber des Haupteinganges liegen die Büros. Diese sind untereinander durch Kombi–Glas–Edelstahl–Trennwände aufteilbar und jeder Zeit ohne größeren Aufwand in ihre Fläche und Form variabel. Die Glaswände lassen eine direkte Überwachung der Resultate und Meßergebnisse, durch auf den Container befindlichen  Anzeigetafeln zu. Ein leichtes Ablesen der Ergebnisse und Resultate ist so möglich, ohne das Büro verlassen zu müssen.

 

Die Container sind Teil eines Großraumkonzeptes. Diese sind alle für sich eine Einheit, liegen zur Hälfte im Raum, zur Anderen im Lichthof. Die Konstruktion der Einschubvorrichtung ist außerhalb der Gebäude gelassen. Dadurch umgehe ich die Problematik der Wärmebrücken (Wärmeschutz). Die Fassade wird mit der Durchdringung der Container aufgelockert.

 

In den Container befinden sich die EDV, LAB1,  LAB2, Datenein- und –ausgang. Die Container können aus dem Gebäudeteil herausgezogen werden und mittels eines transportablen Kranes über den Gebäudering herausgehoben werden.

 

Anschließend an den Container–Basis–Park liegt die Werkstatt  mit Werkstattlager  und Hinterausgang. Die Werkstatt ist durch eine F90 Wand zum Versorgungstrakt abgetrennt.

 

Um während der Arbeit eine ausreichende Lichtversorgung zu gewährleisten wurde mit besonderen Wert auf die Süd–West–Ausrichtung geachtet (diffuses Oberlicht sowie ein Voll–Glas–Fassade).

 

SÜD

Die Erschließung des Versorgungstraktes erfolgt nur über den Lichthof. Hier befinden sich die Versorgungsräume wie ELT, Technik, Notstromaggregat, Notstrom­dieseltank.

 

Alle Räumlichkeiten sind durch F90 Wände voneinander getrennt,  jeder für sich erreichbar. Die Fassade besteht zum überwiegenden Teil aus Stahlblech–Sandwich–Elementen mit horizontaler Struktur. Ausgehend von einer geringen Aufenthaltszeit ist eine Belichtung durch ein Oberlichtband ausreichend.

 

Der Notstromdieseltank wurde am Tunnel platziert, um eine Betankung mit möglichst geringem Aufwand zu gewährleisten. Eine Betankung oberhalb, durch ein Dacheinlass ist möglich.

 

Turm-Statik

Der Turm besteht aus Stahlsteckverbindungen. Der Unterteil besteht aus einem Dreibock mit horizontaler Verspannung, der in sich statisch stabil ist. Die Auflager wurden als Gleitlager ausgelegt. Querverspannungen nehmen die Horizontalkräfte auf und verhindern so ein Grätschen des Bockes. Diese sind kreuzweise angelegt um die Dimensionen der Verspannungen zu halbieren. Im oberen Punkt ist ein GelenkSteckModul vorgesehen, welches durch den unteren Teil des oberen Stabes durchstoßen wird. Die Abspannung des Turmes unterhalb der ersten Plattform ist an die Anschlüsse der Querverspannung angelegt, eine HorizontalKräfte­Kreis. Die Stahlkonstruktionsteile werden über Steckmodule realisiert.

 

 

 Um einen realistischen Nachweis zu führen, habe ich den Turm nach einem von mir aufgestellten statischen Modell gebaut. Beim Errichten des Turmes wurde bis auf das modellbedingte Anbringen der Plattformen auf keine Klebstoffe zurückgegriffen. Es handelt sich hier nur um Steck bzw. Zugverbindungen.

 

Ingmar.Franke@gmx.de  

März 2000